Danielle Kang, 29, zählt zu den weltbesten Proetten. Im Interview verrät die 29-Jährige, was sie am Golfsport liebt, worüber sie sich ärgert und welche Regeln sie am liebsten wieder rückgängig machen würde.

Danielle Kang, wie sind Sie überhaupt zum Golfen gekommen?
Ich habe damals mit dem Sport begonnen, um meinem Bruder nah zu sein. [Alex Kang, 32, schlug bereits vor Danielle eine Laufbahn als Profigolfer ein, Anm. d. Red.] Als ich jung war, folgte ich ihm überall hin – so auch auf die Golf-Range.

Wer hat Sie in Ihrer Karriere am meisten geprägt?
Auf alle Fälle meine Familie. Und zwar sowohl auf wie auch neben dem Platz. Sie hat mich durch Höhen und Tiefen begleitet und mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Insbesondere mein Bruder hat von Beginn weg an mich geglaubt. Ich weiss nicht, wo ich heute in meiner Karriere stehen würde, wenn er mir nicht den Weg geebnet hätte.

Haben Sie bei Turnieren ein bestimmtes Pre-Game- Ritual oder tragen Sie einen Glücksbringer mit sich? Mein Pre-Game-Ritual besteht aus einem speziellen Aufwärmprogramm, um mich körperlich auf Touren zu bringen. Die Aktivierung der Muskulatur ist mir sehr wichtig, um den Körper zu stabilisieren und Verletzungen vorzubeugen. Tatsächlich trage ich aber auch einen Glücksbringer bei mir, nämlich einen Traumfänger, der an meinem Golfbag hängt. Er war ein Geschenk meines Bruders und ich spiele niemals ohne ihn.

Mit welchem Nicht-Golfstar würden Sie gerne mal eine Runde spielen und worüber würden Sie sich mit ihm oder ihr unterhalten? Ich kann mir gut eine Runde mit Hollywoodstar und «Happy Gilmore»-Darsteller Adam Sandler vorstellen. Ich würde ihn fragen, ob ich nicht mal in einem Film seiner Produktionsfirma Happy Madison mitspielen dürfte.

Mit seinem Sohn Michael führt er das Schweizer Unternehmen in dritter Generation.

Erfolgreiches Duo: Seit 2017 begleitet Oliver Brett Danielle Kang als Caddie. Sie nennt ihn wegen seiner Frisur «The Bun» und ist überzeugt, dass er sie als «knallharte Perfektionistin» bezeichnen würde.

Wie erholen und regenerieren Sie sich zwischen Turnieren?
Bei der körperlichen Regeneration hilft mir meine Physiotherapeutin Heather. Um geistig abschalten zu können, schaue ich mir gerne Filme an oder hänge mit Freunden und meiner Familie ab. Guter Schlaf ist mir ebenfalls wichtig.

Was lieben Sie am Golfspielen und was ärgert Sie daran?
Ich liebe und hasse den Sport aus ein und demselben Grund. Golf ist für mich wie das Leben an sich. Man muss hart arbeiten, engagiert sein und alles geben, und es ist einem trotzdem nichts schuldig. Man hat die Kontrolle nur über das, was man selber tut. Darüber hinaus passiert, was eben passieren muss. Das finde ich grossartig und ärgerlich zugleich!

Wie würde Ihr Caddie Sie beschreiben?
Die Frage bringt mich zum Lachen. Ich denke mal, er würde schmunzeln und sagen, ich sei eine knallharte Perfektionistin.

Welcher ist Ihr Lieblingsplatz und warum?
Meine Lieblingsplätze sind der Sherwood Country Club in Kalifornien und der Shadow Creek Club in Nevada, weil sie mein zweites Zuhause sind. Die Atmosphäre, die Menschen, das Design der Plätze – ich liebe alles an ihnen und bin stolz darauf, ihr Aushängeschild sein zu dürfen. Die beiden Club’s führen strenge Regeln und sind heimelig zugleich, sind spielerfreundlich gestaltet, aber dennoch herausfordernd und pflegen mit ihren Mitgliedern einen ebenso respektvollen wie familiären Umgang.

Wenn Sie eine Golfregel ändern könnten, welche wäre das?
«Keep Golf classic», wäre mein Wunsch. Ich würde die «Flagge kann im Loch stecken bleiben»-Regel zurücknehmen und ausserdem weder Entfernungsmesser noch Green Books zulassen. Aber das ist meine persönliche Einstellung. Ich mag es im Golf eben traditionell.

Wenn Sie nicht Golfprofi geworden wären, dann . . .?
Ich hatte als Kind verschiedene Berufswünsche, aber am liebsten wollte ich Schauspielerin werden. Ich war schon immer ein grosser Filmfan.

Mit seinem Sohn Michael führt er das Schweizer Unternehmen in dritter Generation.
INTERVIEW: NINA TREML | FOTO: OMEGA / GETTY