Die beiden Captains Luke Donald und Zach Johnson sind überzeugt, dass der Ryder Cup 2023 in Rom trotz den Wirren um LIV Golf ein grossartiges Ereignis werden wird.
Für all jene, die denken, dass der Golfsport wegen der konkurrierenden LIV Golf Tour in Trümmern liegt, war es am 4. Oktober eine Wohltat, Luke Donald und Zach Johnson Bälle in Richtung des Venustempels auf dem Velian Hill in Rom spielen zu sehen. Ein Jahr nach dem letzten Ryder Cup präsentierten sich die beiden Teamcaptains bei ihrem ersten gemeinsamen Medienevent trotzig und zuversichtlich.
Luke Donald, der erst zum Captain der Europäer ernannt wurde, nachdem sich Henrik Stenson geweigert hatte, seinen LIV-Vertrag zu kündigen, gab sich kämpferischer denn je: «Ganz egal, wie die Umstände sind, der Ryder Cup war schon immer grösser als jeder Einzelne. Denn beim Ryder Cup geht es darum, für mehr als nur für sich selbst zu spielen – es geht immer um Teamarbeit, Kameradschaft und darum, Jungs zusammenzubringen. Darum wird der Ryder Cup auch im kommenden Jahr eine grossartige Inspiration für den Golfsport sein.»
Trotzdem: Das Duell der Kontinente im nächsten Jahr im Marco Simone Golf & Country Club in Rom wird anders sein als alle anderen zuvor. Denn der Machtkampf zwischen der PGA und DP World Tour auf der einen Seite und der von den Saudis finanzierten LIV Golf Tour auf der anderen Seite wird bestimmt auch in den kommenden Monaten noch personelle Konsequenzen haben. Schliesslich wurden in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur Klagen eingereicht, sondern auch langjährige Freundschaften zerstört.
Zach Johnson, ein zweimaliger Major Champion, wich beim Medienevent der offensichtlichen Frage zuerst aus, ob der Ryder Cup abgewertet würde, wenn einige der besten Spieler der Welt fehlen. «Das müssen die Journalisten entscheiden», sagte er. Um dann mit Nachdruck zu betonen: «Nein, wisst ihr was, ich kann das beantworten. Und ich sage euch: Nichts steht über dem Ryder Cup!»
Die Situation der beiden Teams ist allerdings nicht zu vergleichen: Die Vereinigten Staaten haben deutlich gemacht, dass LIV-Spieler bei der Veranstaltung unerwünscht sind, wobei ein Gericht im Februar über die Sanktion der DP World Tour entscheiden wird. Gut möglich also, dass die LIV-Golfer doch dabei sein werden. Stand heute dürften Dustin Johnson, Bryson DeChambeau und Brooks Koepka wohl fehlen.
Beim Team Europa hoffen Paul Casey, Ian Poulter, Lee Westwood, Sergio García und Bernd Wiesberger auf eine Aufhebung der Sperre.
Ryder Cup 2023
Vom 29. September bis 1. Oktober 2023 im Marco Simone Golf & Country Club in Rom