Retro-Stromer

Volkswagen ID. Buzz im MagazinGolf.ch-Test

 

Rund 400 Kilometer schafft der elektrische VW ID. Buzz. Das können andere zwar auch, aber nicht so charmant wie der VW. Darum, wegen des überraschenden Fahrkomforts und der cleveren Details ist der Preis gerechtfertigt.

Da hat man die Fans aber ganz schön lange warten lassen: Fast sechs Jahre sind vergangen, seit Volkswagen auf der Messe in Detroit einen ID. Buzz vorstellte. Die Begeisterung war schon damals gross, und daher ist es gut, dass es VW gelungen ist, den grundlegenden Charme der Studie im Serienfahrzeug zu bewahren.

Der Elektrobus schafft es, modern zu wirken und gleichzeitig optisch an den ersten Bulli der 50er-Jahre (T1) zu erinnern. Der Buzz sieht einfach «gut» aus, wahlweise auch «süss», wie uns während des Tests zahlreiche Personen an Tankstellen, Parkplätzen, im Stadtverkehr oder beim nachbarschaftlichen Gespräch mitteilten.

Weitere Pluspunkte sammelt der ID. Buzz mit seinem hohen Fahrkomfort und seiner überraschenden Wendigkeit, die auf dem Niveau eines Golfs liegt. Leise und kraftvoll im Antritt ist er dank dem Elektroantrieb sowieso. Wobei die Entwickler diesen nicht auf unnötige Dynamik ausgelegt haben (dafür gibts bald den GTX, siehe Kasten rechts). Für moderne Autos moderate 10,2 Sekunden benötigt der Bus zur Beschleunigung auf 100 km/h. Bei 145 km/h ist Schluss, was uns Schweizer nicht stört. Dafür erfreuen wir uns – dank den 310 Newtonmetern Drehmoment – an seinem durch die Bauart bedingten kräftigen Antritt.

Im ID.Buzz sitzt man zwar auf qualitativ mittelprächtigem Gestühl, aber dennoch sehr entspannt, weil die zwischen dem Verbrenner-Bus und einem PW angesiedelte Sitzposition hervorragend passt. Auch der helle Innenraum mit vielen Ablagen und cleveren Details fügt sich ins Bild eines praktischen und familienfreundlichen Fahrzeugs – mit viel Platz für Golfgepäck.

Natürlich nimmt man bei der Beurteilung des ID. Buzz automatisch den technisch schon ziemlich alten, aber noch aktuellen T7 als Vergleich. Der spielt quasi die automobile Rolle des alten weisen Mannes, und ihm hat der ID. Buzz einiges voraus, vor allem natürlich den umweltfreundlicheren Antrieb. Bei der Variabilität muss der modernere dem älteren Bus allerdings den Vortritt lassen. Der Elektrische hat nicht viel mehr zu bieten als eine verschiebbare Rückbank, die sich zudem wie bei jedem xbeliebigen Kleinwagen noch im Verhältnis 60:40 umlegen lässt. Sitzschiene? Fehlanzeige. Schade. Und wenn wir gerade dabei sind: Das Navigationssystem ist kein Schnellrechner – und zeigt sich oft sehr «stur».

Die Fahrt selbst macht im ID. Buzz immer Spass, nicht nur wegen den vielen lächelnden Gesichtern und erhobenen Daumen am Strassenrand und beim Nachbarn an der Ampel. Auch Bodenwellen und Schlaglöcher nimmt der Fünfsitzer gelassener als ein Verbrenner-Bulli. Apropos Fünftürer: Im Laufe des kommenden Jahres wird Volkswagen auch eine siebensitzige Version mit verlängertem Radstand bringen und den ID. Buzz somit zum für ein ganzes Handballteam tauglichen Familien- Linienbus machen. So, letzte Chance, hier mit dem Lesen aufzuhören und zu einem Buch oder einem Driver zu greifen. Denn wir kommen zu den Preisen. Der ID. Buzz Pro Launch kostet mindestens 67 860 Franken und unser Testwagen schlug mit 85 001 Franken zu Buche. Viel Geld für einen VW. Aber für den «süssen» ID. Buzz durchaus okay.

Volkswagen ID. Buzz GTX kommt mit über 300 Elektro-PS

Volkswagen wird vom Elektro-Van ID. Buzz nach neusten Meldungen noch in diesem Jahr einen sportlichen GTX-Ableger mit zweimotorigem Allradantrieb und 250 kW/340 PS einführen, berichtet das Magazin «Autocar». Die Performance-Variante soll über einen speziellen Innenraum, neue Aussenfarben und zusätzliche Funktionen verfügen.

Darüber hinaus plant VW eine schwächere Allradversion des ID. Buzz ohne GTX-Weihen. Der ID. Buzz GTX wäre das erste E-Auto von VW mit über 300 PS. Die bislang stärksten Stromer der Wolfsburger sind die GTX-Varianten von ID. 4 und ID. 5 mit jeweils 220 kW/299 PS.

volkswagen.ch