Ich spiele trotzdem!
Kennst du das? Du fühlst dich nicht bereit für den Schwung. Irgendetwas stimmt nicht. Dir ist unwohl. Du wartest auf das «gute Gefühl», damit du loslegen kannst. Je länger du wartest, desto grösser wird der Druck…
Verschiedene Situationen können dieses unangenehme Gefühl hochbringen: Du kannst dich nicht für das richtige Eisen entscheiden. Ein Geräusch oder eine Bewegung lenkt dich ab. Etwas an deinem Setup wie Ballposition oder Ausrichtung zum Ziel stimmt nicht. Wir fühlen uns unwohl, spielen aber trotzdem, meistens leider mit einem
schlechten Resultat.
Hier drei einfache, aber sehr effektive Tipps, wie du mit den oben beschriebenen Schwierigkeiten besser umgehen kannst:
Entschlossenheit und Gewissheit
Sei bezüglich deiner Schlägerwahl entschlossen und spiele mit Gewissheit. Das heisst, du weisst genau, wohin der Ball fliegen wird, du siehst die Flugbahn, fühlst den Schwung und weisst, dass du erfolgreich sein wirst.
Die Trotzdems erkennen und messen
Spiele mit dem Ziel, deine Trotzdems zu beobachten, ohne diese zu bewerten. Nach jedem Loch kannst du auf deiner Scorekarte nebenan noch notieren, wie viele Schläge
Trotzdems waren. Deren Anzahl wird sich verringern.
Ziel anschauen, Ball anschauen, schwingen
Gewöhne dich an diese Reihenfolge. Beträgt die Dauer dieses kleinen Rituals zirka eine Sekunde, so bleibt dir keine Zeit mehr für negative Gedanken und unangenehme Gefühle.
Das Problem mit Trotzdems
Wenn du einen Trotzdem-Schwung ausführst, ist das für dein Nervensystem ein klares Zeichen der Unsicherheit. Dabei fangen wir an, alles zu kontrollieren und auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Das bedeutet: Wir nehmen uns mehr Zeit für den Schwung und werden zögerlich.
Wie sieht dann unser emotionaler Zustand in einer Trotzdem-Phase aus? Wir sind hoffend. Das ist ein eher passiver, zurückhaltender und unsicherer Zustand. Auf dem Golfplatz brauchen wir aber die absolute Klarheit und eine starke Zielorientierung.
Die Kombination von kontrollierender Zaghaftigkeit und der etwas ängstlichen Hoffnung ist tödlich für den Rhythmus. Die einzige Lösung (auf der unbewussten Ebene) liegt darin, mehr Kraft anzuwenden. Ein richtiger Teufelskreis!
Was ich dir empfehle
Dein Nervensystem braucht absolute Klarheit und eine verpflichtende Haltung, um konstant gutes Golf zu spielen. Dazu gibt es drei einfache Schritte:
1) Ein klares Ziel wählen und mit Überzeugung wissen, dass Ziel und Schlägerwahl übereinstimmen.
2) Einen Probeschwung ausführen, der zum Plan passt.
3) Danach direkt zum Ball gehen und ohne Pause denselben Schwung ausführen.
Die Planung des Schlags darf etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber die Durchführung muss sofort erfolgen. Aufs Ziel fokussieren, vertrauen und den Körper einfach schwingen lassen.
Beitragsbild: GettyImages

Rolf Stauffer
ist Inhaber, CEO und Head Coach von BodyMind.Golf und unterrichtet Golfer und Golferinnen aller Spielstärken seit 1995.
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